Kameruner Regierung verteidigt längere Abwesenheit von Präsident Biya

Präsident Paul Biya von Kamerun befindet sich seit Anfang Juni 2026 im Ausland, was in der Bevölkerung und politischen Kreisen zunehmend für Spekulationen gesorgt hat. Ursprünglich als „kurzer privater Aufenthalt in Europa“ angekündigt, hat sich Biyas Abwesenheit über mehrere Wochen hinaus verlängert. Nun hat die Regierung des zentralafrikanischen Landes öffentlich Stellung genommen und betont, dass dies kein Grund zur Besorgnis sei.

Ein Regierungssprecher erklärte gegenüber Radio France Internationale (RFI), Präsident Biya, der im Februar 2026 sein 93. Lebensjahr vollendete, befinde sich in guter Gesundheit und übe weiterhin seine Amtsgeschäfte aus – auch aus der Ferne. Konkrete Angaben zum Aufenthaltsort oder zum genauen Zeitpunkt seiner Rückkehr wurden nicht gemacht.

Biya regiert Kamerun seit 1982 und zählt damit zu den am längsten regierenden Staatschefs weltweit. In der Vergangenheit hatte seine häufige Abwesenheit aus dem Land bereits für innenpolitische Diskussionen gesorgt. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Regierungsgeschäften aus der Ferne nicht ausreichend gerecht werden zu können, während Befürworter die Kontinuität und Stabilität seiner Führung betonen.

Die aktuelle Erklärung der Regierung zielt darauf ab, öffentliche Unsicherheit zu dämpfen, insbesondere angesichts wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Herausforderungen im Land – etwa der anhaltenden Krise in den englischsprachigen Regionen und regionalen Bedrohungen durch extremistische Gruppen. Offen bleibt, wie lange Biya im Ausland bleiben wird und ob eine offizielle Rückkehrankündigung folgen wird.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Central Africa