Stakeholder aus Kenia und Tansania haben am Dienstag zu stärkerer Zusammenarbeit beim Schutz des Mara-Flusseinzugsgebiets aufgerufen. Das Flussbecken, das sich über beide Länder erstreckt, ist zunehmend von Umweltverschlechterung, Übernutzung der Wasserressourcen und landwirtschaftlich bedingter Erosion betroffen. Experten warnen vor langfristigen ökologischen Folgen, sollte keine koordinierte Maßnahme ergriffen werden.
Das Mara-Flusseinzugsgebiet ist ein lebenswichtiges Ökosystem, das nicht nur die Serengeti-Migration in Tansania, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion im kenianischen Hochland beeinflusst. Die Anrainergemeinden beider Länder berichten von sinkenden Wasserständen, insbesondere während der Trockenzeiten, sowie von einer Verschmutzung durch Pestizide und Abwässer. Der Aufruf zur Kooperation wurde bei einem regionalen Treffen in Bomet (Kenia) lanciert, an dem auch Vertreter lokaler Regierungen, Naturschutzorganisationen und Wassermanagementbehörden teilnahmen.
Gemeinsame Strategien gefordert
Die anwesenden Experten betonten die Notwendigkeit eines gemeinsamen Managementsystems für den Mara-Fluss, vergleichbar mit bereits bestehenden transnationalen Wasserkommissionen in anderen Teilen Ostafrikas. Vorgeschlagen wurden regelmäßige Daten- und Monitoring-Austauschprogramme, gemeinsame Aufforstungsprojekte entlang der Uferzonen sowie strengere Kontrollen illegaler Bewässerungssysteme. Zudem soll die lokale Bevölkerung stärker in nachhaltige Praktiken eingebunden werden.
Der Mara-Fluss entspringt im Mau-Wald in Kenia und mündet nach rund 395 Kilometern in den Viktoriasee – sein Einzugsgebiet umfasst wichtige Nationalparks wie den Masai Mara und die Serengeti. Sein Erhalt gilt als Schlüssel für die biologische Vielfalt Ostafrikas sowie die Lebensgrundlage Millionen Menschen. Die aktuelle Initiative könnte einen ersten Schritt hin zu einer institutionalisierten grenzüberschreitenden Kooperation darstellen.
Quellen: AllAfrica – Kenya, AllAfrica – Tanzania