Kongo fordert Auflösung der FDLR-Miliz und Rückführung nach Ruanda

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat erneut die vollständige Auflösung der FDLR (Forces Démocratiques de Libération du Rwanda) gefordert. Wie Regierungssprecherin Yolande Makolo am Donnerstag erklärte, müsse die bewaffnete Gruppe endgültig entwaffnet und von den staatlichen Streitkräften getrennt werden. Zudem seien die Mitglieder der Miliz gemäß den Washingtoner Abkommen in ihre Heimat Ruanda zurückzuführen.

Die FDLR, eine ethnisch ruandische Rebellengruppe, ist seit Jahrzehnten im Osten des Kongo aktiv und gilt als eine der destabilisierenden Kräfte in der Region. Ihre Mitglieder stammen größtenteils aus ehemaligen Einheiten, die an dem Völkermord in Ruanda 1994 beteiligt waren, und operieren seitdem von kongolesischem Territorium aus. Die Gruppe wird immer wieder mit schweren Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht.

Makolo betonte, dass die Umsetzung der Washingtoner Abkommen eine Schlüsselbedingung für dauerhaften Frieden in der Großregion der Großen Seen sei. Die internationale Gemeinschaft sei aufgefordert, den Druck auf die FDLR zu erhöhen und die kongolesische Regierung bei der Umsetzung der Vereinbarungen zu unterstützen. Gleichzeitig rief sie ruandische und internationale Partner zu engerer Zusammenarbeit bei der Identifizierung und Rückführung von Kämpfern auf.

Die Forderung nach Auflösung der FDLR ist nicht neu, doch bisher blieben die Fortschritte gering. Beobachter warnen, dass eine völkerrechtlich konforme und humanitäre sichere Rückführung komplex sei und nur im Rahmen eines koordinierten regionalen Ansatzes gelingen könne. Die kongolesische Regierung hofft nun auf verstärkte internationale Unterstützung, um die Verpflichtungen aus den Washingtoner Abkommen wirksam umzusetzen.

Quellen: AllAfrica – Central Africa