Lesotho: Amnesty International fordert Untersuchung nach Entführung und Misshandlung von Journalist Kananelo Boloetse

Amnesty International hat die Behörden in Lesotho aufgefordert, umgehend eine unabhängige Untersuchung einzuleiten, nachdem Berichten zufolge der Journalist und Menschenrechtsverteidiger Kananelo Boloetse am 5. September aus seiner Wohnung in Maseru entführt wurde. Laut Angaben der Menschenrechtsorganisation wurde Boloetse über mehrere Stunden festgehalten, von bewaffneten Männern über seine journalistische Arbeit verhört, körperlich misshandelt und mit dem Tod bedroht, bevor er wieder freigelassen wurde.

Vongai Chikwanda, stellvertretende Regionaldirektorin von Amnesty International für Ost- und Südliches Afrika, verurteilte den Vorfall scharf: „Die Entführung und Folter eines Journalisten ist eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und ein gezielter Angriff auf die Pressefreiheit. Die Behörden in Lesotho müssen die Tat unverzüglich und gründlich untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“

Kananelo Boloetse ist bekannt für seine kritische Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen und Missstände im öffentlichen Sektor in Lesotho. Seine Arbeit hat ihn wiederholt in Konflikt mit staatlichen Institutionen gebracht. Die Entführung wirft erneut Fragen über die Sicherheit unabhängiger Journalisten im südlichen Afrika auf und unterstreicht die zunehmenden Risiken, denen investigative Reporter in der Region ausgesetzt sind.

Amnesty International fordert die Regierung von Lesotho auf, nicht nur den konkreten Fall aufzuklären, sondern auch strukturelle Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu gewährleisten. Internationale Beobachter warnen, dass Angriffe auf die Pressefreiheit die demokratischen Grundlagen des Landes untergraben könnten.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa