Der lang erwartete Stromverbund zwischen Malawi und Mosambik, das sogenannte MOMA-Interconnector-Projekt, ist nach jahrelangen Verzögerungen endlich in Betrieb genommen worden. Die 400-kV-Hochspannungsleitung soll die anhaltende Energieknappheit in Malawi lindern und eine stabile Grundlage für wirtschaftliches Wachstum schaffen. Die technische Fertigstellung markiert einen Meilenstein in der regionalen Energiekooperation Südostafrikas.
Obwohl die Infrastruktur nun steht, laufen noch die Verhandlungen über die endgültigen Stromtarife. Vertreter der malawischen Regierung und des staatlichen Energieversorgers Escom warnen bereits, dass die Preise ‚kostendeckend‘ sein müssten – eine Formulierung, die bei Verbrauchern und Wirtschaftsakteuren Sorge auslöst. In einem Land, in dem viele Haushalte ohnehin unter hohen Lebenshaltungskosten leiden, könnte eine Strompreiserhöhung soziale Spannungen verschärfen.
Experten sehen im MOMA-Projekt jedoch eine strategische Chance, die Abhängigkeit von teuren Dieselgeneratoren zu verringern und die Industrialisierung voranzutreiben. Die Stromlieferung aus Mosambik, das über erhebliche Wasserkraftkapazitäten verfügt, könnte bis zu 100 Megawatt in das malawische Netz einspeisen. Die endgültige Entscheidung über die Tarifstruktur wird nun mit Spannung erwartet – nicht nur von Haushalten, sondern auch von Unternehmen, die auf günstige Energie angewiesen sind.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Latest