Seit 2020 hat Mali mehrere Militärputsche erlebt, bei denen Soldaten die Macht übernahmen, um korrupte zivile Regierungen zu stürzen. Wie in anderen westafrikanischen Ländern wie Burkina Faso, Niger und Guinea wurde auch in Mali der Putsch jeweils mit der Begründung gerechtfertigt, dass die Zivilregierung durch Vetternwirtschaft und Misswirtschaft ihre Legitimität verloren habe und das Militär eingreifen müsse, um Staatlichkeit wiederherzustellen.
In der Hauptstadt Bamako feierten zunächst viele Menschen die Machtübernahme, da Frustration über langjährige politische Instabilität und wirtschaftliche Missstände groß war. Doch die Hoffnung auf eine bessere Regierungsführung hat sich inzwischen zerschlagen. Stattdessen haben die Militärregime zu einer weiteren Isolation des Landes in der internationalen Gemeinschaft geführt, verbunden mit Sanktionen, dem Rückzug internationaler Partner und einem dramatischen Rückgang ausländischer Investitionen.
Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend. Der Rückgang der Entwicklungshilfe und der Handelsbeziehungen hat besonders die Bevölkerung hart getroffen. Gleichzeitig bleibt die Sicherheitslage angespannt: Trotz des Einsatzes privater russischer Söldnertruppen wie der Gruppe Wagner konnten islamistische Aufständische in einigen Regionen weiterhin aktiv bleiben. Die Versprechen der Militärs, Ordnung und Integrität wiederherzustellen, werden somit nicht erfüllt – im Gegenteil: Die Kosten der Putsche übersteigen deutlich die Probleme, die sie zu lösen vorgaben.
Experten warnen, dass die wiederholten militärischen Eingriffe in die politische Ordnung langfristig das Vertrauen in staatliche Institutionen weiter untergraben und demokratische Entwicklungen blockieren. Ohne eine inklusive Übergangsregierung und klare Zeitpläne für demokratische Wahlen bleibt die Zukunft Malis ungewiss.
Quellen: AllAfrica – West Africa, African Arguments