Marokko plant 1,5-Milliarden-Dollar-Waste-to-Energy-Anlage in Casablanca

Marokko geht einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieerzeugung und Abfallbewirtschaftung: Ein Konsortium unter Führung des Unternehmens Kanadevia Inova plant den Bau einer Abfall-zu-Energie-Anlage in Casablanca, die mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar zu den größten Infrastrukturprojekten der Stadt zählen wird. Der Baubeginn ist für Ende 2026 geplant, die vollständige Inbetriebnahme soll bis Mitte 2030 erfolgen.

Zu dem Konsortium gehören neben Kanadevia Inova das marokkanische Energieunternehmen Nareva sowie der japanische Konzern Itochu. Am 3. August unterzeichneten die Partner eine Konzessionsvereinbarung mit der Stadt Casablanca, die den rechtlichen Rahmen für das Projekt schafft. Die Anlage soll jährlich Millionen Tonnen kommunaler Abfälle verarbeiten und daraus Strom sowie nutzbare Reststoffe gewinnen – ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Deponien und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Das Projekt ist Teil der breiter angelegten marokkanischen Strategie zur Energiewende und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Marokko hat sich ehrgeizige Ziele im Bereich erneuerbare Energien gesetzt, zu denen bereits Solar- und Windkraftwerke im Süden des Landes gehören. Mit der Waste-to-Energy-Anlage in Casablanca wird nun auch die urbane Abfallwirtschaft in diese Vision integriert. Experten sehen in dem Projekt ein mögliches Vorbild für andere Großstädte in Nordafrika.

Quellen: AllAfrica – North Africa, AllAfrica – Business