Marokko steht vor einer dramatischen klimatischen Wende: Nach einer beispiellosen Dürreperiode drohen nun durch den anstehenden Super-El-Niño vermehrt extreme Wetterereignisse, darunter Überschwemmungen. Zwischen 2019 und 2024 verzeichnete das Land sechs aufeinanderfolgende Jahre mit unterdurchschnittlichem Niederschlag – die längste Trockenphase in der offiziellen Wettergeschichte. Besonders gravierend war der hydrologische Jahrgang 2023–2024, der mit lediglich 106,4 Millimetern Niederschlag der trockenste seit mehr als sechs Jahrzehnten war.
Experten warnen, dass der aktuelle Super-El-Niño-Effekt, der globale Wettermuster verstärkt, zu einem plötzlichen Umschwung führen könnte – von extremer Trockenheit hin zu schweren Regenfällen und Überschwemmungen. Solche extremen Schwankungen gefährden die landwirtschaftliche Produktion, belasten die Wasserversorgung und erhöhen die Anfälligkeit ländlicher Regionen. Die marokkanische Regierung hat bereits Maßnahmen zur Wassereinsparung und Infrastrukturresilienz eingeleitet, doch die Herausforderungen wachsen mit fortschreitendem Klimawandel.
Wissenschaftler betonen, dass Nordafrika besonders empfindlich auf El-Niño-Ereignisse reagiert. Während einige Regionen Afrikas unter Starkregen leiden, erlebt Marokko oft zunächst anhaltende Trockenheit, gefolgt von abrupten, intensiven Niederschlägen, die Böden nicht mehr aufnehmen können. Dies erhöht das Risiko von Erdrutschen und Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen. Die Anpassung an diese neuen klimatischen Realitäten wird für Marokko zu einer zentralen staatlichen Aufgabe der kommenden Jahre.
Quellen: AllAfrica – North Africa