Massenproteste gegen dritte Amtszeit in der DR Kongo

In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa sind am Mittwoch, den 15. September 2026, Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine mögliche Verfassungsänderung zu protestieren, die eine dritte Amtszeit für Präsident Félix Tshisekedi ermöglichen könnte. Die Demonstration fand im Zentrum der Stadt statt und richtete sich direkt gegen Pläne der Regierung, die Verfassung des Landes zu überarbeiten – ein Schritt, der von Kritikern als Versuch der Machtkonsolidierung gewertet wird.

Die Demonstranten, darunter Aktivisten, Zivilgesellschaftsvertreter und oppositionelle Politiker, skandierten Parolen wie „Nein zur Diktatur“ und „Verfassung ja, dritte Amtszeit nein“. Sie forderten die Einhaltung der geltenden Verfassung, die eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten vorsieht. Die Proteste blieben friedlich, doch die Polizei sperrte mehrere Straßen ab und positionierte sich strategisch in der Nähe der Kundgebungsorte, um Unruhen zu verhindern.

Die Regierung hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den Protesten abgegeben. Allerdings hatten hochrangige Beamte in den vergangenen Wochen über mögliche „institutionelle Reformen“ gesprochen, ohne konkrete Details zu nennen. Beobachter warnen, dass eine Änderung der Amtszeiten in der DR Kongo zu politischer Instabilität führen könnte, ähnlich wie in anderen afrikanischen Ländern, in denen Präsidenten versuchten, ihre Amtszeit zu verlängern.

Die DR Kongo hat eine lange Geschichte von autoritären Regierungen und politischen Spannungen. Präsident Tshisekedi trat 2019 sein Amt an und wurde 2023 wiedergewählt. Seine Amtszeit endet 2028. Eine Verfassungsänderung müsste vom Parlament und möglicherweise per Referendum beschlossen werden, was erheblichen Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen könnte.

Quellen: Africanews EN