Angolas regierende Partei MPLA bereitet sich auf ihren neunten Parteikongress im Dezember vor – doch der Weg dorthin zeigt wenig Anzeichen von innerer Demokratie. Wie der unabhängige Nachrichtendienst Maka berichtet, wurde die Kandidatur von General Higino Carneiro für das Parteipräsidium abgelehnt. Der Nominierungsausschuss der MPLA begründete dies mit schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten, darunter Tausende ungültiger oder gefälschter Unterschriften in seiner Unterstützungsliste.
Carneiro, ein langjähriger Parteimitglied und ehemaliger Verteidigungsminister, galt als eine der wenigen möglichen Gegenstimmen zu Präsident João Lourenço, der seit 2017 an der Macht ist. Dessen erneute Kandidatur als einziger Kandidat unterstreicht die Machtkonzentration innerhalb der MPLA, die Angola seit der Unabhängigkeit 1975 regiert. Beobachter sehen darin ein weiteres Zeichen dafür, dass demokratische Strukturen innerhalb der Partei weiterhin schwach ausgeprägt sind.
Die Entscheidung des Nominierungsausschusses wirft Fragen über Transparenz und faire Parteiprozesse auf. Kritiker argumentieren, dass die systematische Ausschaltung potenzieller Herausforderer die politische Erneuerung behindert und die MPLA weiter von echter demokratischer Kontrolle entfernt. Während die Regierung öffentlich Reformen propagiert, bleibt die interne Parteipolitik stark zentralisiert und wenig inklusiv.
Quellen: AllAfrica – Central Africa