Nigerianische Regierung genehmigt massiven Ausbau des Militärs

Nigeria unternimmt angesichts eskalierender Sicherheitslagen einen massiven Schritt zur Stärkung seiner Streitkräfte. Präsident Bola Tinubu hat am Donnerstag die Rekrutierung von insgesamt 28.000 neuen Militärangehörigen genehmigt, um die nationale Sicherheit zu stärken. Dies ist der umfangreichste militärische Ausbau in der jüngeren Geschichte des Landes und reagiert auf die zunehmende Bedrohung durch bewaffnete Gruppen, die weite Teile des Landes, insbesondere den Nordosten und den Nigerdelta, unsicher machen.

Die Regierung steht unter wachsendem Druck, effektiver auf die Angriffe von Dschihadisten, Banden und separatistischen Bewegungen zu reagieren, die regelmäßig Zivilisten angreifen und ganze Dörfer verwüsten. Zu den betroffenen Regionen zählen Boko Haram-verseuchte Gebiete im Nordosten sowie Konfliktzonen im Mittelgürtel, wo Fulani-Hirten und sesshafte Landwirte in tödliche Auseinandersetzungen verwickelt sind. Hinzu kommen die Aktivitäten der indigenen Biafra-Bewegung im Südosten, die für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit kämpft.

Die neu rekrutierten Soldaten sollen nicht nur die operativen Kapazitäten erweitern, sondern auch speziell auf Konterinsurgentsoperationen und den Schutz der Zivilbevölkerung trainiert werden. Die Regierung betont, dass der Ausbau Teil einer umfassenderen Strategie sei, die auch auf Prävention, Wiederaufbau und politische Dialoge setzt.

Beobachter warnen jedoch vor den finanziellen und logistischen Herausforderungen eines solchen Ausbaus in einem Land, das bereits unter hoher öffentlicher Verschuldung und begrenzten Verteidigungsbudgets leidet. Die internationale Gemeinschaft wird den Fortschritt der Maßnahme kritisch begleiten, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechtsstandards und die Vermeidung von Übergriffen durch Sicherheitskräfte.

Quellen: BBC News – World, Africanews EN