Präsident Biya vollzieht militärische Neubesetzung während Abwesenheit im Ausland

Kameruns Präsident Paul Biya hat am 3. August eine umfassende Umstrukturierung der militärischen Führungsspitze vorgenommen, obwohl er sich seit über zwei Monaten im Ausland aufhält. Wie staatliche Radiosender berichteten, wurden durch drei Dekrete neue Befehlshaber in vier der insgesamt fünf gemeinsamen Militärregionen ernannt. Zudem wurde der Leiter der Präsidentengarde befördert, was als Signal für die Stärkung der engsten Sicherheitskreise des langjährigen Staatschefs gewertet wird.

Die Personalentscheidungen wurden während Biyas Abwesenheit getroffen, die am 7. Juni begann, als der 93-jährige Präsident das Land verließ. Offiziell wurde diese Reise als privater Aufenthalt in Europa bezeichnet, doch seitdem hat Biya das Land nicht wieder betreten. Die Regierung hat bislang keine Angaben zur Dauer oder zum genauen Aufenthaltsort des Präsidenten gemacht, was erneut zu Spekulationen über die Machtverhältnisse im Hintergrund und die Stabilität der Staatsführung führt.

Die Neubesetzung der militärischen Regionen – strategisch wichtige Kommandoeinheiten, die für die innere Sicherheit und den Kampf gegen bewaffnete Konflikte in mehreren Landesteilen zuständig sind – deutet auf einen strategischen Machterhalt im Sicherheitsapparat hin. Beobachter vermuten, dass die Maßnahmen darauf abzielen, loyale Kräfte in Schlüsselpositionen zu bringen, insbesondere vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen in den englischsprachigen Regionen und der kommenden politischen Übergangsphase nach Biyas langem Amt.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Central Africa