Nigerias Präsident Bola Tinubu hat die Anti-Korruptionsbehörde EFCC angewiesen, die Sperrung des Bankkontos der Regierung des Bundesstaates Osun umgehend aufzuheben. Die Maßnahme sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, der für ihn „zutiefst peinlich“ sei, erklärte Tinubu laut offiziellen Mitteilungen. Die Kontofreigabe erfolgte unmittelbar vor den anstehenden Gouverneurswahlen im Bundesstaat Osun („OsunDecides2026“), was zu politischer Spannung geführt hatte.
Politische Entspannung nach Eskalation
Der Vorfall hatte eine Welle der Empörung ausgelöst, insbesondere weil die Kontoblockade während einer sensiblen Wahlphase verhängt wurde. Kurz nach der Anweisung telefonierte Tinubu persönlich mit dem amtierenden Gouverneur von Osun, Ademola Adeleke. Dieser Austausch wurde öffentlich vom Präsidentschaftssprecher Bayo Onanuga auf der Plattform X bestätigt. Beobachter sehen darin ein Signal zur Deeskalation und zur Wahrung der institutionellen Integrität vor den Wahlen.
Die EFCC, bekannt für ihre rigiden Ermittlungen in Finanzdelikten, steht seit längerem im Spannungsfeld zwischen Rechtsdurchsetzung und politischer Einflussnahme. Die jetzige Intervention des Präsidenten wirft erneut Fragen über die Unabhängigkeit der Behörde auf – besonders im Kontext bevorstehender Wahlen, bei denen wirtschaftliche Sanktionen als Druckmittel missbraucht werden könnten.
Quellen: Premium Times Nigeria