Proteste gegen mutmaßliche Landnahme durch NSSF in Nyayo Estate

Im Nairobier Stadtteil Nyayo Estate zeichnet sich eine neue soziale Spannung ab: Bewohner des Wohngebiets kündigen Proteste gegen die National Social Security Fund (NSSF) an, die nach ihren Angaben öffentliche Nutzflächen illegal für private Bauprojekte in Beschlag nehmen will. Die Flächen, darunter Grünanlagen und Gemeinschaftsareale, seien Teil der ursprünglichen Siedlungsplanung und für die Bevölkerung von zentraler Bedeutung.

Die Anwohner werfen der NSSF vor, ohne öffentliche Ankündigung oder Konsultation Pläne für die Umwidmung des Landes voranzutreiben. Diese seien offenbar Teil einer größeren Entwicklungsstrategie, die jedoch die Interessen der lokalen Bevölkerung ignoriere. Die betroffenen Grundstücke liegen in einem dicht besiedelten Teil von Embakasi East, wo Wohnraum knapp und die Lebensqualität bereits durch infrastrukturelle Überlastung beeinträchtigt ist.

Der Abgeordnete des Wahlkreises, Babu Owino, hat sich offen hinter die Bewegung gestellt. In einer Stellungnahme erklärte er, die NSSF habe keine rechtliche Grundlage für die Umwidmung öffentlicher Flächen und müsse sich der demokratischen Kontrolle stellen. Er kündigte an, rechtliche und parlamentarische Schritte einzuleiten, um die Pläne zu stoppen.

Die NSSF, die als staatliche Pensionskasse auch in Immobilien investiert, hat bislang nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert. Beobachter warnen jedoch vor einer Eskalation, falls die Behörden nicht auf Dialog setzen. In der Vergangenheit hatten ähnliche Konflikte um städtisches Land in Nairobi zu Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt.

Quellen: AllAfrica – Kenya