Regierung weist Schuld für Lake-Kariba-Katastrophe auf Kapitän ab

Die simbabwische Regierung hat Kapitän Sign Patsikadova als alleinige Ursache für die Katastrophe auf dem Lake Kariba ausgemacht, bei der bislang 94 Menschen ums Leben kamen. Die Fähre Mbuya Nehanda war am Wochenende gekentert, nachdem sie bei starkem Seegang überladen war. Trotz der hohen Opferzahl und wachsender Kritik an der maroden Infrastruktur weist die Regierung jegliche Verantwortung von sich und betont, dass die 41 Jahre alte Fähre noch voll funktionsfähig gewesen sei.

Kapitän Patsikadova wird nun strafrechtlich verfolgt, da er laut Regierungsangaben gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen habe, darunter die Genehmigung zur Abfahrt bei gefährlichen Wetterbedingungen und die Überladung des Schiffes. Experten kritisieren jedoch, dass strukturelle Probleme wie mangelnde Wartung, fehlende Sicherheitsausrüstung und unzureichende Kontrollen ignoriert würden. Die Fähre war Teil eines staatlichen Transportnetzes, das seit Jahren unterfinanziert ist.

Die Tragödie hat eine Debatte über den Zustand der öffentlichen Verkehrsmittel in Simbabwe ausgelöst. Angehörige der Opfer fordern eine unabhängige Untersuchung und Entschädigungen. Die Regierung kündigte an, Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf Binnengewässern einzuleiten, ohne jedoch konkrete Schritte zu nennen. Inzwischen laufen weiterhin Such- und Bergungsaktionen im nördlichen Teil des Sees.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa