Ein bevorstehender Rückgang der Erdgasproduktion in Mosambik könnte die Energieversorgung Südafrikas ab 2028 erheblich destabilisieren. Wie Experten warnen, werden die langjährigen Gasfelder Pande und Temane, die bisher rund 90 Prozent des in Südafrika verbrauchten Erdgases lieferten, ab diesem Zeitpunkt deutlich an Produktivität verlieren. Die Felder im südlichen Teil Mosambiks – bereits seit über 20 Jahren die Hauptquelle für Gasimporte Südafrikas – befinden sich aufgrund ihres Alters in einer Phase der natürlichen Förderverringerung.
„Gas-Abgrund“ bedroht südafrikanische Industrie
In Südafrika wird der drohende Engpass bereits als „Gas-Abgrund“ („gas cliff“) bezeichnet, ein Begriff, der an die Debatte um den „Fiskal-Abgrund“ angelehnt ist und die Dringlichkeit der Lage unterstreicht. Experten mahnen, dass die südafrikanische Wirtschaft, insbesondere energieintensive Industrien und Stromerzeugungskapazitäten, auf alternative Energiequellen oder neue Gasquellen umstellen müsse, um eine Versorgungskrise zu vermeiden. Bislang gibt es jedoch kaum adäquate Ersatzlösungen.
Mosambik im Fokus der regionalen Energiezukunft
Während die alten Felder an Produktivität verlieren, verfügt Mosambik über riesige neu entdeckte Erdgasvorkommen im Norden des Landes, insbesondere in der Provinz Cabo Delgado. Diese könnten langfristig eine Lösung darstellen, sind jedoch bisher kaum entwickelt – unter anderem wegen anhaltender bewaffneter Konflikte und Sicherheitsrisiken in der Region. Die internationale Zusammenarbeit und Investitionen werden kritisch sein, um diese Ressourcen nutzbar zu machen und gleichzeitig die regionale Stabilität zu fördern.
Quellen: AllAfrica – South Africa