Ein rumänisches halbstaatliches Unternehmen aus dem Bereich der Kernenergie hat nach Enthüllungen von Dokumenten Interesse an einem Großteil der in Niger gelagerten Uranvorräte bekundet. Wie der Westafrika-Spezialist The Africa Report berichtet, strebt das Unternehmen die Übernahme von rund einem Drittel des Urans an, das seit Ende 2025 am Flughafen der Hauptstadt Niamey lagert.
Der Rohstoff steht im Zentrum eines anhaltenden Streits zwischen der nigrischen Regierung und dem französischen Energiekonzern Orano, dem früheren Areva. Nachdem Niger im Jahr 2023 die Zusammenarbeit mit französischen Atomenergieunternehmen weitgehend beendete, wurde die Lieferung gestoppt und das Uran vorerst eingelagert. Seitdem bemüht sich die Regierung in Niamey um neue internationale Partner.
Die Interessen Rumäniens könnten eine strategische Neuausrichtung der Rohstoffbeschaffung für europäische Energieversorger signalisieren. Gleichzeitig unterstreicht das Vorgehen die wachsende geopolitische Bedeutung Nigers als Uranlieferant, insbesondere im Kontext der globalen Energiesicherheit und der Renaissance der Atomkraft in einigen Ländern.
Die nigrische Regierung hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den rumänischen Absichten abgegeben. Beobachter erwarten jedoch, dass die Entscheidung über die Zukunft der Uranvorräte sorgfältig abgewogen wird, um sowohl wirtschaftliche Vorteile als auch politische Unabhängigkeit zu sichern.
Quellen: The Africa Report