Sambia entscheidet am Donnerstag über die Zukunft seiner jüngeren Demokratie, während Millionen Wählerinnen und Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen sind. Der amtierende Präsident Hakainde Hichilema tritt bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl für eine zweite Amtszeit an. Als Sieger der historischen Wahl von 2021, in der er Edgar Lungu deutlich besiegte, wurde Hichilema einst als Hoffnungsträger demokratischer Erneuerung gefeiert. Doch seine aktuelle Amtszeit wird zunehmend kritisch beäugt – auch von ehemaligen Verbündeten.
Kupfer, Reformen und Lebenshaltungskosten
Die Wirtschaft bleibt zentraler Streitpunkt. Trotz sichtbarer Reformbemühungen und internationaler Unterstützung leidet die Bevölkerung weiter unter hohen Lebenshaltungskosten. Obwohl Sambia zu den größten Kupferproduzenten Afrikas gehört, profitieren viele Bürger kaum vom Rohstoffreichtum. Inflation und Energiepreise belasten vor allem städtische Haushalte. Die Opposition nutzt diese Unzufriedenheit, bleibt aber tief gespalten und ohne klaren Gegenkandidaten.
Demokratische Rückschritte?
Kritiker werfen Hichilema vor, Methoden anzuwenden, die er selbst einst als Oppositionspolitiker angeprangert hatte: Beschränkungen oppositioneller Versammlungen, Behinderungen durch staatliche Instanzen und ein restriktives Vorgehen gegen kritische Medien. Die Diskrepanz zwischen früheren Versprechen und heutiger Regierungspraxis nährt Zweifel an der Stabilität sambischer Demokratie, die lange als Leuchtturm in einer instabilen Region galt.
Quellen: FAZ Online, ARD Tagesschau – Ausland, France 24 – Africa