Die diesjährige Präsidentschaftswahl in Sambia wird nicht nur von aktuellen politischen Fragen bestimmt, sondern auch von einem politischen Erbe, das nach wie vor Einfluss nimmt: dem von Edgar Lungu. Der ehemalige Präsident, der 2021 gegen Hakainde Hichilema unterlag und im Jahr 2025 verstarb, bleibt eine polarisierende Symbolfigur. Sein Tod hat den Machtkampf nicht beendet – vielmehr hat sich ein fortwährender Konflikt zwischen Hichilemas Regierung und Lungus Familie etabliert, der bis heute die politische Landschaft beeinflusst.
Familienfehde als politisches Instrument
Berichten zufolge blockiert die Regierung weiterhin den Zugang zu Lungus Grabstätte und verweigert der Familie offizielle Anerkennung seiner Rolle als ehemaliger Staatschef. Diese Maßnahmen werden von Anhängern als symbolische Demütigung wahrgenommen. Insbesondere in der Nordprovinz und in Teilen der Central Province, wo Lungu starke Unterstützung genoss, verstärken solche Handlungen die emotionale Mobilisierung – auch wenn keine direkte Oppositionskandidatur mehr besteht.
„Der Geist von Lungu“
Medien wie The Guardian sprechen daher von einem „Geist“, der über der Wahl schwebt. Dieser Spuk verkörpert nicht nur Trauer und Loyalität, sondern auch tiefsitzende regionale und ethnische Spannungen. Während Hichilema nationale Einheit betont, nutzen oppositionsnahe Kräfte dieses latente Unbehagen, um auf strukturelle Ungleichgewichte hinzuweisen. Die Wahl wird so nicht nur als Entscheidung über Wirtschaft und Reformen geführt, sondern auch als Abrechnung mit der Vergangenheit.
Quellen: The Guardian – World, France 24 – Africa