Sechs führende Mitglieder der oppositionellen Partei Parti Démocratique de Côte d’Ivoire (PDCI) sind am Montag nach neun Monaten Haft in Abidjan freigelassen worden. Die Festnahme der Funktionäre hatte im Oktober des vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt und von Menschenrechtsorganisationen scharfe Kritik ausgelöst.
Die Behörden der Elfenbeinküste gaben bislang keine formelle Begründung für die Haft oder deren Beendigung bekannt. Beobachter vermuten jedoch politische Motive hinter der Inhaftierung, da die PDCI seit Jahren eine der wichtigsten Oppositionskräfte im Land ist und sich zunehmend kritisch gegenüber der Regierung von Präsident Alassane Ouattara äußert.
Spannungen in der politischen Landschaft
Die PDCI, ursprünglich die Regierungspartei unter Langzeitherrscher Félix Houphouët-Boigny, war lange Zeit Koalitionspartner der Regierung. In den letzten Jahren hat sich jedoch eine tiefe Spaltung zwischen der PDCI und der regierenden Partei Rassemblement des Houphouëtistes pour la Démocratie et la Paix (RHDP) entwickelt. Die Freilassung der Funktionäre könnte ein Zeichen für eine vorübergehende Entspannung sein, doch bleibt die politische Lage angespannt.
Menschenrechtsgruppen begrüßten die Freilassung, forderten aber Transparenz und die Einhaltung rechtstaatlicher Prinzipien. „Die Inhaftierung ohne Anklage ist ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte“, erklärte ein Sprecher von Amnesty International Westafrika. „Langfristig braucht die Elfenbeinküste einen politischen Dialog, der rechtsstaatliche Normen respektiert.“
Quellen: Africanews EN