Die senegalesische Regierung hat ihre Haltung zur Kandidatur des ehemaligen Staatschefs Macky Sall für das Amt des UN-Generalsekretärs über Nacht geändert. Zunächst hatte die Regierung unter Präsident Bassirou Diomaye Faye keine Unterstützung für Sall signalisiert, dessen Amtszeit von politischen Repressionen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägt war. Doch nach einem überraschenden bilateralen Treffen in Dakar erklärte die Regierung am Montag, sie werde Salls Bewerbung nun aktiv unterstützen.
Sall, der von 2012 bis 2024 als Präsident regierte, tritt als möglicher Kandidat für die Nachfolge von António Guterres an, dessen zweiter Amtszeit 2026 endet. Internationale Beobachter hatten bisher bezweifelt, dass Sall breite Unterstützung aus der Region erhalten würde, insbesondere wegen der Vorwürfe politischer Willkür während seiner letzten Amtszeit. Die neue Unterstützung durch Senegal könnte jedoch sein internationales Profil stärken.
Analysten sehen in der diplomatischen Annäherung ein Zeichen für eine mögliche politische Normalisierung zwischen den beiden Lagern. Faye, der Sall 2024 bei den Wahlen ablöste, gilt als Vertreter einer jungen, reformorientierten Bewegung. Die Unterstützung könnte auch strategische Motive haben – etwa im Hinblick auf innenpolitische Stabilität oder regionale Machtpositionen innerhalb der Afrikanischen Union.
Quellen: France 24 – Africa, Africanews EN