Im März 2026 verabschiedete Senegal eine gesetzliche Verschärfung seiner bereits strengen Anti-LGBTQ+-Bestimmungen. Die maximale Freiheitsstrafe für gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr wurde von fünf auf zehn Jahre erhöht. Gleichzeitig wurde erstmals die „Förderung“ von Homosexualität unter Strafe gestellt, was nach Ansicht von Menschenrechtsaktivisten gezielt dazu dient, Aktivist:innen und Unterstützer:innen einzuschüchtern.
Kritiker:innen sehen in dem Schritt einen weiteren Ausdruck dafür, dass LGBTQ+-Personen in Westafrika zunehmend als politische Sündenböcke instrumentalisiert werden. Wie regionale und internationale Beobachter berichten, nutzen Politiker:innen in mehreren Ländern Westafrikas das Thema, um von wirtschaftlichen oder sozialen Problemen abzulenken und ihre Macht zu festigen.
Die neue Regelung stößt auf scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Sie befürchten, dass die Kriminalisierung von Aufklärungsarbeit zu noch größerer Diskriminierung führt und LGBTQ+-Personen in die Isolation treibt. In Senegal ist Homosexualität seit jeher gesellschaftlich stark tabuisiert; die rechtliche Verfolgung erfolgt jedoch unregelmäßig, aber mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit.
Internationale Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch haben bereits Stellung bezogen und zur Rücknahme der Gesetzesänderung aufgerufen. Dennoch deuten aktuelle Entwicklungen darauf hin, dass sich die Haltung in mehreren westafrikanischen Staaten weiter verschärft – nicht nur juristisch, sondern auch diskursiv.
Quellen: The Guardian – World