Senegalesischer ICC-Anwalt unter US-Sanktionen

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat am 18. August 2026 den senegalesischen Juristen Abdoulaye Seye, einen leitenden Anwalt am Internationalen Strafgerichtshof (ICC), unter Sanktionen gestellt. Die Maßnahme erfolgte auf Basis eines im Februar 2025 von Präsident Donald Trump erlassenen Executive Orders, das gegen Mitarbeiter des ICC gerichtet ist. Seye, der in führender Funktion als Senior Trial Lawyer beim ICC tätig ist, wurde gemeinsam mit Tomoko Akane, der japanischen Präsidentin des Gerichtshofs, offiziell durch die US-Regierung sanktioniert.

Die Sanktionen beinhalten ein Einreiseverbot in die USA sowie die Einfrierung sämtlicher in US-Jurisdiktion liegenden Vermögenswerte. Die Entscheidung wurde von der Organisation Human Rights Watch kritisch kommentiert, die sie als Angriff auf die Unabhängigkeit der internationalen Justiz bezeichnete. Die USA haben seit Jahren eine ablehnende Haltung gegenüber dem ICC, insbesondere im Kontext von Untersuchungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen, an denen US-Bürger oder Verbündete beteiligt sein könnten.

Abdoulaye Seyes Rolle am ICC ist zentral in mehreren laufenden Ermittlungsverfahren, die sich mit schweren Verbrechen im Rahmen internationaler Konflikte befassen. Seine Einbindung in hochsensible Fälle macht die Sanktion zu einem diplomatisch heiklen Schritt, der auch die Beziehungen zwischen den USA und afrikanischen Ländern, die den ICC unterstützen, belasten könnte. Senegal hat sich in der Vergangenheit als Befürworter der internationalen Strafjustiz positioniert und ist Vertragsstaat des Römischen Statuts.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa