Eine Koalition sudanesischer politischer Kräfte, die sich als Befürworter der „Kairo-Deklaration“ bezeichnen, hat den von Generalschef und Vorsitzenden des Souveränitätsrates Abdelfattah El Burhan angekündigten nationalen Dialog abgelehnt. Wie die Gruppe nach einem Treffen ihrer Führungskräfte in Kairo mitteilte, würde der von El Burhan vorgeschlagene Dialog die durch den andauernden Bürgerkrieg geschaffene Realität legitimieren und eine faktische Militärherrschaft verfestigen.
Die „Kairo-Deklaration“-Kräfte argumentieren, dass ein echter nationaler Dialog nur unter neutralen Bedingungen und ohne Vorbedingungen stattfinden könne, die den militärischen Status quo akzeptieren. Sie fordern stattdessen einen von der Zivilgesellschaft getragenen, inklusiven Verhandlungsprozess, der alle Konfliktparteien – einschließlich der sudanesischen Armee (SAF) und der Rapid Support Forces (RSF) – an einen Tisch bringt, um eine dauerhafte friedliche Lösung zu finden.
Ägypten, das den Dialogvorschlag El Burhans unterstützt und als Gastgeber fungiert, sieht sich zunehmend in der Rolle eines regionalen Vermittlers. Kairo betont die Notwendigkeit einer stabilen Nachbarschaft, da die sudanesische Krise bereits Millionen Flüchtlinge in die Region getrieben hat. Dennoch kritisieren Beobachter, dass Ägyptens Bündnis mit El Burhan die Glaubwürdigkeit eines neutralen Friedensprozesses untergraben könnte.
Die Ablehnung durch die Oppositionsgruppen unterstreicht die tiefen Spaltungen innerhalb des sudanesischen politischen Spektrums. Ohne breite Akzeptanz droht der von El Burhan vorgeschlagene Weg in eine weiter polarisierte und militärisch dominierte Übergangsphase – mit ungewissem Ausgang für Demokratie und Stabilität im Land.
Quellen: AllAfrica – Egypt, AllAfrica – East Africa