Sudanische UN-Mission beschuldigt Äthiopien indirekt als Waffenlieferweg für RSF-Miliz

Während eines Briefings vor dem UN-Sicherheitsrat hat Sudans ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, Botschafter Al-Harith Idris, ernste Vorwürfe in Bezug auf Waffenlieferungen an die sudanesische Miliz Rapid Support Forces (RSF) erhoben. Laut Idris hat ein UN-Expertenpanel Hinweise darauf gefunden, dass östliches Libyen zu einem zentralen Drehkreuz für die Versorgung der RSF geworden ist – mit der Renovierung und Erweiterung des Flughafens Kufra sowie einem deutlichen Anstieg von Frachtflügen.

Darüber hinaus nannte der Botschafter den Tschad und Äthiopien als weitere mögliche Transitländer für militärische Nachschubrouten. Diese Aussagen werfen Fragen über die Kontrolle von Grenzregionen und die Rolle der Nachbarländer im sudanesischen Konflikt auf, der seit 2023 Tausende Todesopfer forderte und Millionen zur Flucht zwang.

Obwohl keine direkten Beweise gegen die äthiopische Regierung vorgelegt wurden, könnten die Äußerungen zu diplomatischen Spannungen zwischen Addis Abeba und Khartum führen. Äthiopien hat in der Vergangenheit stets betont, neutral im Sudan-Konflikt zu bleiben und humanitäre Korridore zu unterstützen. Die Regierung in Addis Abeba hat bislang nicht auf die Vorwürfe reagiert.

Die UN-Experten berichten seit Monaten über transnationale Netzwerke, die Waffen, Treibstoff und Kommunikationsausrüstung in den Sudan schmuggeln. Die Identifizierung Äthiopiens als mögliche Route unterstreicht die komplexe regionale Dynamik und die Herausforderungen bei der Kontrolle von Grenzübergängen in instabilen Regionen Ostafrikas.

Quellen: AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – Latest