Südafrikanische Menschenrechtsgruppen haben Alarm geschlagen angesichts des rasanten Ausbaus von Großprojekten für Datenzentren im Land. Die Organisationen Article One und das Centre for Human Rights haben die South African Human Rights Commission (SAHRC) aufgefordert, eine vorübergehende Aussetzung neuer großer Datenzentren zu empfehlen – und zwar solange, bis Umwelt-, Wasser- und Transparenzbedenken ausgeräumt sind.
In einer Stellungnahme argumentieren sie, dass viele der geplanten Projekte ohne ausreichende öffentliche Konsultationen vorangetrieben würden. Besonders kritisch sei der hohe Wasserverbrauch dieser Anlagen in einem wasserarmen Land wie Südafrika. Zudem bestehe die Gefahr, dass sensible Daten ohne klare gesetzliche Rahmenbedingungen verarbeitet und gespeichert würden.
Wachsende digitale Infrastruktur unter Beobachtung
Der Ausbau digitaler Infrastruktur gewinnt in Südafrika zunehmend an Bedeutung, da das Land als regionaler Technologieknoten in Afrika positioniert werden soll. Doch genau diese Entwicklung wirft auch gesellschaftliche und ökologische Fragen auf. Die Aktivisten betonen, dass wirtschaftliche Interessen nicht auf Kosten von Menschenrechten und Umweltschutz durchgesetzt werden dürften.
Sie fordern daher eine unabhängige Bewertung aller laufenden und geplanten Projekte, inklusive transparenter Genehmigungsverfahren und stärkerer Einbindung lokaler Gemeinschaften. Erst dann könne ein nachhaltiger und gerechter digitaler Wandel gelingen.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – South Africa