„Super El Niño“ verschärft Hungerkrise im Südsudan – WFP warnt vor dramatischer Lage

Die humanitäre Lage im Südsudan hat sich nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) weiter verschlechtert. Am Dienstag warnte die Organisation vor einer dramatisch ansteigenden Zahl hungernder Menschen im ostafrikanischen Land, wo bereits jetzt eine der schwersten Hungerkrisen weltweit herrscht. Als Hauptursachen nennt das WFP die Kombination aus extremer Witterung durch einen sogenannten „Super El Niño“, anhaltende interne Konflikte sowie rückläufige internationale Hilfszahlungen.

Der aktuelle El-Niño-Effekt führt zu extremen Dürreperioden in einigen Regionen und verheerenden Überschwemmungen in anderen Teilen des Südsudan. Diese klimatischen Extremereignisse zerstören landwirtschaftliche Anbauflächen und treiben die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Gleichzeitig behindert die anhaltende Gewalt die Verteilung von Hilfsgütern und zwingt Tausende zur Flucht – oft in Gebiete mit ohnehin schwacher Versorgung.

Hilfslieferungen auf Rekordtief

Laut WFP fehlen dringend benötigte Mittel für Nahrungsmitteltransporte, medizinische Versorgung und Trinkwasserprojekte. Die Abnahme internationaler Spenden in den letzten Monaten habe die Arbeit vor Ort massiv erschwert. „Wir sehen uns mit einer beispiellosen Herausforderung konfrontiert“, erklärte ein Sprecher der Organisation. „Mehr als sechs Millionen Menschen – fast die Hälfte der Bevölkerung – könnten bald akut unterernährt sein, wenn nicht sofort gehandelt wird.“

Aufruf zur internationalen Solidarität

Das WFP fordert die internationale Gemeinschaft zu schnellen finanziellen Zusagen auf, um lebensrettende Programme fortzusetzen. Besonders betroffen sind Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Ohne zusätzliche Ressourcen drohen weitere gesundheitliche Notlagen, darunter Ausbrüche von Cholera und Mangelkrankheiten. Die Lage bleibt fragil, während das Land weiterhin mit politischer Instabilität, wirtschaftlichem Zusammenbruch und klimatischen Schocks kämpft.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa