Tebboune fordert Überarbeitung des Partnerschaftsabkommens zwischen Algerien und der EU

Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune hat eine umfassende Überarbeitung des Partnerschaftsabkommens mit der Europäischen Union (EU) gefordert. In einer jüngsten Erklärung hob er hervor, dass sich die algerische Wirtschaft in einer neuen Phase der produktiven Diversifizierung befinde und das derzeitige Abkommen diesen Entwicklungen nicht mehr gerecht werde.

Das bestehende Abkommen, das vor allem im Bereich Handel und politischer Zusammenarbeit Anwendung findet, stammt aus dem Jahr 2002 und wurde bisher nicht grundlegend reformiert. Tebboune argumentierte, dass Algerien heute stärker auf nachhaltige Industriepolitik, erneuerbare Energien und technologische Unabhängigkeit setze und daher Rahmenbedingungen benötige, die diese Ziele unterstützen.

Insbesondere im Energiebereich – wo Algerien traditionell ein wichtiger Gaslieferant für Europa ist – zeigte Tebboune Interesse an einer partnerschaftlichen Neuordnung, die fairen Zugang zu Technologietransfer und gemeinsamen Investitionen ermöglicht. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, nationale Interessen besser zu schützen, insbesondere im Hinblick auf Agrarimporte und industrielle Wertschöpfung.

Die EU reagierte bisher zurückhaltend, begrüßte jedoch den Dialogwunsch. Experten sehen in Tebbounes Vorstoß einen klaren Signalakt, um Algeriens Verhandlungsposition gegenüber europäischen Partnern zu stärken – besonders in Zeiten globaler Energiewandel und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Quellen: AllAfrica – North Africa