Das Militär des Tschads hat bei laufenden Sicherheitsoperationen im Norden des Landes mehrere führende Mitglieder der islamistischen Terrormiliz Islamic State West Africa Province (ISWAP) identifiziert. Wie aus einer Analyse von Geheimdienstmaterial hervorgeht, das bei jüngsten Offensiven im Rahmen der Operation HADIN KAI sichergestellt wurde, operieren die gesuchten ISWAP-Führer gezielt im instabilen Grenzgebiet rund um den Lake Chad.
Unter den identifizierten Personen befinden sich laut Militärangaben einzelne Befehlshaber, die für Anschläge, Rekrutierung und logistische Netzwerke in der Region verantwortlich sein sollen. Ein führender Vertreter der Gruppe wurde als „Most Wanted“ deklariert, da ihm eine zentrale Rolle bei der Planung grenzüberschreitender Angriffe zugeschrieben wird.
Die Operation HADIN KAI, an der auch Streitkräfte aus Nachbarländern beteiligt sind, zielt darauf ab, die Präsenz extremistischer Gruppen im Seegebiet einzudämmen, das seit Jahren durch bewaffnete Auseinandersetzungen, Entführungen und humanitäre Krisen geprägt ist. Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen laut Armeeführung gezielteren Einsätzen gegen das Kommando- und Kontrollsystem von ISWAP dienen.
Experten warnen jedoch vor einer möglichen Eskalation, da die Bekanntgabe der Identitäten zu Vergeltungsmaßnahmen führen könnte. Gleichzeitig wird betont, dass internationale Zusammenarbeit weiterhin entscheidend sei, um die regionale Sicherheitslage langfristig zu stabilisieren.
Quellen: AllAfrica – Central Africa