Tunesier berichten von einem Sommer der Versorgungsknappheit: Wassermangel und Stromausfälle prägen den Alltag

Der Sommer 2026 bleibt für viele Tunesier als eine Zeit massiver Versorgungsengpässe in Erinnerung. Laut Berichten lokaler Beobachter und Medien waren Millionen Menschen landesweit von häufigen Stromausfällen und Wasserknappheit betroffen. In mehreren Regionen mussten Haushalte stundenlang anstehen, um an Flaschenwasser zu gelangen, während landwirtschaftliche Betriebe, darunter auch Geflügelfarmen, durch extreme Hitzewellen und fehlende Wasserversorgung schwer beschädigt wurden.

Experten führen die Probleme auf jahrelange Unterinvestitionen in die öffentliche Infrastruktur zurück. Das Wassermanagement sei ineffizient, die Stromnetze veraltet – strukturelle Schwächen, die sich in Zeiten hoher Temperaturen und steigendem Verbrauch katastrophal auswirken. Währenddessen argumentiert die Regierung von Präsident Kais Saied anders: Sie macht keine Planungsmängel geltend, sondern behauptet vielmehr, es handele sich um „vorsätzliche und geplante Sabotageakte“, ohne diese Behauptungen bisher mit Beweisen zu untermauern.

Bürgerfrust wächst

Die Diskrepanz zwischen offiziellen Erklärungen und der Lebensrealität vieler Tunesier verschärft den wachsenden Unmut gegenüber der Regierung. Soziale Netzwerke sind voll von Videos, die leere Regale in Supermärkten, trockene Wasserreservoirs oder abgeschaltete Ampeln zeigen. Die Krise trifft besonders ländliche Gebiete, aber auch Vororte der Hauptstadt Tunis. Die Situation wirft neue Fragen zur Fähigkeit des Staates auf, grundlegende Dienstleistungen sicherzustellen – ein zentraler Punkt in einem Land, das seit Jahren unter Wirtschaftskrise und politischer Instabilität leidet.

Quellen: France 24 – Africa