Tunesische Behörden verhaften Journalisten Mohamed Yousfi im Rahmen finanzieller Ermittlungen

Die tunesischen Behörden haben am Montag den Journalisten Mohamed Yousfi verhaftet, einen prominenten Kritiker der Regierung von Präsident Kais Saied. Wie das Committee to Protect Journalists (CPJ) mitteilte, wird gegen Yousfi eine finanzielle Ermittlung geführt – ein Vorgehen, das die Organisation als Instrumentalisierung des Rechtssystems zur Einschüchterung der Presse bezeichnet.

Das CPJ, das seinen Sitz in New York hat, forderte die sofortige Freilassung des Journalisten und rief die tunesischen Behörden dazu auf, die Nutzung von Vorwürfen wegen Finanzvergehen gegen Medienschaffende zu beenden. Yousfi sei nicht der erste Journalist, der unter vorgeschobenen wirtschaftlichen Anschuldigungen festgenommen werde, während er sich öffentlich kritisch über die Politik des Präsidenten geäußert habe.

Kontext: Zunehmende Medienrepression

Seit dem Machtzuwachs von Präsident Kais Saied im Jahr 2021 haben Beobachter immer wieder Berichte über eine Verschärfung der Kontrolle über die Medienlandschaft veröffentlicht. Unabhängige Sender wurden geschlossen, investigative Journalisten verfolgt, und die Meinungsfreiheit ist nach Ansicht internationaler Organisationen deutlich eingeschränkt worden. Die jetzige Festnahme Yousfis wirft erneut Fragen über die Unabhängigkeit der Justiz und den Schutz der Pressefreiheit in Tunesien auf.

Quellen: AllAfrica – North Africa