Amerikanische Handelsverbände üben zunehmenden Druck auf die US-Regierung aus, um sicherzustellen, dass Äthiopien weiterhin am African Growth and Opportunity Act (Agoa) teilnehmen kann. Hintergrund ist die bevorstehende Überprüfung und Neubefristung des Handelsabkommens im Jahr 2027, bei der Länder politische Kriterien wie Demokratie und Menschenrechte erfüllen müssen, um weiterhin von zollfreiem Zugang zu US-Märkten zu profitieren.
Die Branchenverbände befürchten, dass ein Ausschluss Äthiopiens erhebliche Störungen in globalen Lieferketten verursachen und US-Unternehmen sowie afrikanische Partnerländer gleichermaßen treffen würde. Äthiopien hat in den letzten Jahren als Produktionsstandort für Bekleidung und leichte Industrie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein Bruch in den Handelsbeziehungen könnte nach Unternehmensangaben nicht nur Investitionen gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Stabilisierung der Region beeinträchtigen.
Die US-Wirtschaft argumentiert, dass handelspolitische Sanktionen den politischen Zielen nicht immer dienlich seien und langfristig bessere Ergebnisse durch Dialog und wirtschaftliche Integration erzielt werden könnten. Ein Entscheid über die künftige Teilnahme Äthiopiens am Agoa-Programm wird voraussichtlich im kommenden Jahr fallen.
Quellen: The Africa Report