Die jüngste Annäherung zwischen den USA und Marokko baut auch auf der kontroversen Anerkennung des marokkanischen Autonomieplans für die Westsahara aus dem Jahr 2020 auf. Wie aktuelle Berichte zeigen, bleibt diese Entscheidung ein zentraler Pfeiler der bilateralen Beziehungen. Damals erkannte die US-Regierung das Gebiet als Teil Marokkos an – eine Abkehr von jahrzehntelanger internationaler Neutralität und ein seltener Fall direkter US-Unterstützung für marokkanische Souveränitätsansprüche in der Region.
Im Gegenzug für diese Anerkennung normalisierte Marokko seine diplomatischen Beziehungen zu Israel im Rahmen der sogenannten Abraham-Abkommen. Diese strategische Dreiecksbeziehung zwischen Washington, Rabat und Tel Aviv hat seitdem zu wirtschaftlichen Kooperationen, gemeinsamen Militärübungen und technologischem Austausch geführt. Die Fortsetzung dieser Politik unter der aktuellen US-Administration unterstreicht die Bedeutung Marokkos als stabiler Partner im nordafrikanischen Raum.
Die Anerkennung des Autonomieplans bleibt international umstritten. Die Polisario-Front, die die Unabhängigkeit der Westsahara fordert, sowie viele Staaten und die Afrikanische Union betrachten das Gebiet weiterhin als nicht souveränes, von Marokko besetztes Territorium. Die UNO setzt sich weiterhin für eine friedliche Lösung durch einen Referendum-Prozess ein, der jedoch seit Jahrzehnten blockiert ist.
Die erneute Bestätigung der US-Haltung könnte die Verhandlungsposition Marokkos stärken, birgt aber auch das Risiko einer weiteren Eskalation im Konflikt. Beobachter warnen, dass eine einseitige Anerkennungspolitik die Chancen auf eine dauerhafte Friedenslösung verringern könnte.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – North Africa