Seit Ende Juli 2026 verstärken die Vereinigten Staaten ihre diplomatischen Signale an Marokko, eine engere Zusammenarbeit in politischen und wirtschaftlichen Fragen anzustreben. Wie aus Berichten von RFI hervorgeht, die von AllAfrica zitiert werden, erwägt die US-Regierung nun erstmals, Marokkos langjährige territoriale Ansprüche auf die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla offiziell zu unterstützen. Bisher hat die internationale Gemeinschaft diese Gebiete eindeutig als Teil Spaniens anerkannt, doch eine mögliche Kehrtwende Washingtons könnte die Debatte neu entfachen.
Diese Entwicklung ist eng verknüpft mit der geopolitischen Annäherung zwischen den USA und Marokko seit 2020. Damals erkannte die US-Administration unter Präsident Trump das marokkanische Autonomieplan für die Westsahara an – ein Schritt, der international umstritten war – im Austausch dafür, dass Marokko die Beziehungen zu Israel normalisierte. Diese sogenannten Abraham-Abkommen haben seither die außenpolitische Ausrichtung Rabats geprägt.
Die jüngsten Signale deuten darauf hin, dass die USA bereit sind, Marokko weiterhin als strategischen Partner im Maghreb zu stärken – möglicherweise auch, um europäische Verbündete wie Spanien stärker in geopolitische Abstimmungen einzubinden. Spanien hat bisher die marokkanischen Forderungen zu Ceuta und Melilla entschieden zurückgewiesen und die territoriale Integrität seiner nordafrikanischen Enklaven betont. Eine US-Positionierung könnte daher zu Spannungen innerhalb der NATO führen.
Marokko argumentiert historisch, dass Ceuta und Melilla integraler Bestandteil marokkanischen Territoriums seien und erst durch koloniale Expansion unter spanische Kontrolle gerieten. Internationale Juristen sehen dies jedoch kritisch, da beide Städte seit Jahrhunderten unter spanischer Verwaltung stehen und ihre Bevölkerung die Zugehörigkeit zu Spanien bekräftigt hat.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – North Africa