Währungskrise in Äthiopien: Zentralbank kann Dollar-Knappheit trotz Großaktion nicht beseitigen

Die äthiopische Zentralbank hat in einer massiven Intervention innerhalb von nur neun Tagen etwa 625 Millionen US-Dollar in das Finanzsystem eingespeist, um die anhaltende Devisenknappheit einzudämmen. Die Maßnahme, bei der das Angebot an US-Dollar vervierfacht wurde, zielte darauf ab, den Druck auf den Birr zu verringern und den informellen Devisenmarkt zu schwächen. Dennoch übersteigt die Nachfrage nach harten Währungen weiterhin das verfügbare Angebot – ein Zeichen für tiefsitzendes Misstrauen in die lokale Währung.

Experten führen die anhaltende Krise auf strukturelle Probleme zurück: hohe Inflation, ein chronisches Handelsdefizit und begrenzte Deviseneinnahmen aus Exporten und Investitionen. Der Schwarzmarkt bleibt aktiv, wo der US-Dollar oft erheblich über dem offiziellen Kurs gehandelt wird. Dies untergräbt die Bemühungen der Regierung, die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen.

Die Zentralbank melden zwar Erfolge bei der Enteignung großer Mengen an lokaler Währung aus dem Bankensystem, was die Liquidität reduziert. Doch Analysten warnen, dass ohne tiefgreifende wirtschaftliche Reformen und ausländische Investitionen kurzfristige Eingriffe nur begrenzt wirken können. Internationale Geldgeber wie der IWF fordern weiterhin eine stärkere Liberalisierung des Devisenmarktes und Haushaltsdisziplin.

Quellen: The Africa Report