Bei der Parlamentsnachwahl in Ol Kalou im Zentrum Kenias sind am Donnerstag mehrere Zwischenfälle aufgetreten, die den Wahlprozess erschweren. Wähler warteten stundenlang an mehreren Urnenständen, nachdem das Kenya Integrated Election Management System (KIEMS) aufgrund langsamer biometrischer Verifikation erhebliche Verzögerungen verursachte. An einigen Orten benötigte jeder Wähler bis zu 30 Minuten, um identifiziert zu werden, was zu Unmut und langen Schlangen führte.
Die Spannungen eskalierten vorübergehend an der Ol Kalou Comprehensive School, einem der wichtigsten Wahllokale. Bewohner, die sich als sogenannte „Vote Guards“ bezeichneten, blockierten vorübergehend den Zugang von Polizeifahrzeugen zum Gelände. Die Menschen forderten Transparenz und argumentierten, dass die Polizei ohne offizielle Genehmigung nicht in die Nähe der Wahllokale dürfe. Es kam zu einem kurzen, aber intensiven Wortgefecht zwischen Sicherheitskräften und Anwohnern, bevor die Lage sich wieder beruhigte.
Wahlbeobachter warnen vor der Instrumentalisierung solcher Vorfälle zur Destabilisierung des demokratischen Prozesses. Gleichzeitig zeichnet sich ein Muster ab: Vor der Präsidentschaftswahl 2027 häufen sich Anzeichen von Wahlkampfmanövern, wie die kürzlich kritisierten Geldverteilungen durch Regierungsnahe. Die Ereignisse in Ol Kalou unterstreichen die angespannte politische Stimmung im Land, in dem Vertrauen in die Wahlbehörden und Transparenz zunehmend gefordert werden.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya