Zeuge berichtet von FGM-Trauma: Tansania setzt auf Frauenstimmen im Kampf gegen Genitalverstümmelung

In Tansania gewinnt die Stimme von Überlebenden weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) zunehmend an Einfluss im Kampf gegen diese Menschenrechtsverletzung. Yasinta Zakaria, eine Aktivistin aus Nordosttansania, spricht offen über ihr eigenes Trauma: „Ich spreche nicht aus Theorie, sondern aus Erinnerung – aus Schmerz, der jahrelang mit mir gelebt hat“, berichtet sie. Ihre Geschichte ist eine von vielen, doch sie wird nun gezielt genutzt, um Aufklärung in Gemeinschaften zu betreiben, in denen FGM noch verbreitet ist.

Obwohl FGM in Tansania rechtlich verboten ist, bleibt die Praxis besonders in ländlichen Regionen wie Simiyu, Manyara und Arusha hartnäckig. Traditionelle Anführer, religiöse Missverständnisse und sozialer Druck tragen dazu bei, dass Mädchen oft im Kindesalter beschnitten werden. Doch durch Programme, die auf Peer-Education und lokale Botschafterinnen setzen, zeigt sich langsam ein Wandel. Organisationen arbeiten eng mit ehemaligen Opfern zusammen, die als Vertrauenspersonen fungieren und sensibel über Risiken und Alternativen informieren.

Zakarias Arbeit ist Teil eines größeren Ansatzes, der Empowerment und Bildung in den Vordergrund stellt. Studien zeigen, dass Aufklärung durch Frauen, die selbst betroffen waren, effektiver wirkt als rein juristische oder fremdbestimmte Interventionen. Die tansanische Regierung unterstützt solche Initiativen zunehmend, während internationale Partner wie UNICEF und UNFPA langfristige Projekte zur Ausrottung von FGM finanzieren. Der Weg sei noch lang, doch die Kraft persönlicher Geschichten könnte der entscheidende Hebel sein.

Quellen: AllAfrica – East Africa