Sambia hat die Auszählung der Stimmen bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Freitag wieder aufgenommen, nachdem sie zeitweise landesweit aufgrund von Gewaltausbrüchen unterbrochen wurde. Die Wahlkommission hatte die Zählung ausgesetzt, nachdem es Berichten zufolge zu Angriffen auf Wahlhelfer gekommen war und markierte Stimmzettel gestohlen wurden – ein Vorgang, der die Integrität des Wahlprozesses gefährden könnte.
Die Unterbrechung erfolgte einen Tag nach der Abstimmung, bei der neben dem Amt des Präsidenten auch alle Sitze im Parlament neu vergeben wurden. Trotz der angespannten Lage und der offiziell noch laufenden Auszählung erklärte der oppositionelle Führer Brian Mundubile bereits für sich den Sieg. Seine Behauptung basiert auf sogenannten Parallelzählungen seiner Partei, die jedoch von der unabhängigen Wahlkommission noch nicht bestätigt wurden.
Internationale Beobachter und Experten verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Sishuwa Sishuwa, Senior Lecturer an der Stellenbosch University und Experte für afrikanische Politik, erklärte im Interview mit FRANCE 24, dass solche Zwischenfälle das Vertrauen in den demokratischen Prozess untergraben könnten, besonders in einem Land, das in der Vergangenheit vergleichsweise stabile Machtwechsel erlebt hat. Die Behörden haben Sicherheitskräfte in mehreren Regionen verstärkt, um Unruhen vorzubeugen, während die Wahlkommission versichert, dass die Integrität des Verfahrens gewahrt bleibt.
Quellen: France 24 – Africa