Ärztemangel in Sachsen-Anhalt: Bis zu 600.000 Termine könnten wegfallen

Die medizinische Grundversorgung in Sachsen-Anhalt steht vor einer ernsten Herausforderung. Laut dem Ärztebund Virchowbund könnten im kommenden Jahr bis zu 600.000 Arzttermine entfallen – vor allem in ländlichen Gebieten des Bundeslandes. Die Kombination aus Ärztemangel und neuen Sparvorgaben bei der Gesundheitsfinanzierung verschärfe die Lage zusehends.

Der Berufsverband warnt vor langfristigen gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung, insbesondere für ältere und chronisch kranke Patienten, die auf regelmäßige Behandlungen angewiesen sind. In vielen kleineren Gemeinden gebe es bereits heute nur noch eine begrenzte Zahl von Hausärzten, die oftmals überlastet seien. Neue Planungen zur Budgetkürzung im Gesundheitswesen würden die Situation zusätzlich belasten.

Experten fordern nun verstärkte Maßnahmen zur Anwerbung von Medizinern, bessere Arbeitsbedingungen sowie strukturelle Unterstützung durch das Land. Auch Telemedizin und mobile Sprechstunden werden als mögliche Lösungsansätze diskutiert. Doch ohne konkrete politische Impulse bleibe die Versorgungssicherheit in weiten Teilen von Sachsen-Anhalt gefährdet.

Quellen: MDR – Nachrichten