Seit 2020 ist die gesonderte Ausbildung zur Kinderkrankenpflege in Deutschland offiziell abgeschafft. Stattdessen erfolgt eine generalisierte Pflegeausbildung, bei der angehende Fachkräfte alle Altersgruppen betreuen lernen. Doch in der Praxis zeigt sich, dass Kinder andere medizinische, psychologische und pflegerische Bedürfnisse haben als Erwachsene. Die Kinderklinik Weimar reagiert darauf mit einer eigenen Initiative: Um die Versorgungsqualität zu sichern, hat das Krankenhaus eine spezifische Weiterbildung für examinierte Pflegekräfte entwickelt, die sich gezielt auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorbereiten möchten.
Experten warnen seit Jahren vor einem drohenden Notstand in der pädiatrischen Versorgung. Die Vereinheitlichung der Ausbildung hat dazu geführt, dass immer weniger Pflegekräfte gezielt auf die Arbeit in Kinderkliniken vorbereitet sind. In Weimar will man diesem Trend entgegenwirken. Die Klinik bietet nun eine interne Qualifizierung an, die über die allgemeine Pflegeausbildung hinausgeht – mit Schwerpunkten auf kindgerechter Kommunikation, Entwicklungspädagogik und spezifischen Krankheitsbildern im Kindesalter.
Die Initiative wird als vorbildlich bewertet, besonders vor dem Hintergrund, dass Thüringen wie viele andere Bundesländer unter einem Mangel an Fachpersonal in der Gesundheitsversorgung leidet. Die Klinik in Weimar hofft, durch die gezielte Förderung von Spezialistinnen und Spezialisten nicht nur die Qualität der Betreuung zu halten, sondern auch langfristig attraktiver für Nachwuchskräfte zu werden. Die Hoffnung: Dass andere Kinderkliniken in Thüringen und bundesweit dem Beispiel folgen.
Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland