AfD-Landeschef Vincentz siegt bei Parteitag in Marl – Machtkampf mit Weidel eskaliert

Beim Landesparteitag der AfD in Marl hat Martin Vincentz eine Machtförderung erlitten, die als offener Bruch mit der Parteispitze unter Alice Weidel gewertet wird. Vincentz, der als Vertreter des bürgerlichen Flügels gilt, setzte sich gegen den ausdrücklich unterstützten Kandidaten Weidels durch. Diese hatte zuvor klargestellt, dass sie den Kurs in Nordrhein-Westfalen anders ausgerichtet sehen wollte. Dennoch entschieden die Delegierten mit klarer Mehrheit für Vincentz – ein Signal, dass der innerparteiliche Machtkampf zwischen dem liberal-konservativen und dem völkisch-nationalistischen Lager weiter eskaliert.

Analysten sehen in dem Votum einen Vertrauensbeweis für Vincentz’ Strategie, in NRW eine stärker salonfähige Linie zu verfolgen. Dennoch könnte der Konflikt mit der Bundesführung die Partei spalten. Politikwissenschaftler Oliver Lembcke warnt vor einer „Hängepartie à la Thüringen“, wo interne Streitigkeiten die politische Handlungsfähigkeit der AfD massiv beeinträchtigt hatten. Auch Christian Stecker verweist darauf, dass die internen Konflikte der AfD in Umfragen bisher keine gravierenden Verluste verursacht hätten – vor allem, weil die etablierten Parteien weiter Fehler im Wahlkampf machten.

Der Parteitag in Marl markiert einen entscheidenden Moment im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen. Ob Vincentz’ Position durchsetzbar bleibt, hängt nun davon ab, ob die Bundesführung Konsequenzen zieht – oder ob die NRW-AfD weiter autonom agieren kann.

Quellen: T-Online Nachrichten, Welt Online, n-tv – Nachrichten