Im Inneren der AfD verschärft sich der Machtkampf zwischen den Landes- und Bundesstrukturen. Martin Vincentz, Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen, hat Parteichefin Alice Weidel vorgeworfen, mit ihren Ansichten und Strategien „Antifa-Auswüchse“ zu befördern. Diese Äußerungen markieren eine deutliche Eskalation im seit Monaten andauernden Konflikt zwischen dem konservativen Landesflügel und der Bundesführung.
Das Mediationsverfahren, das eigentlich zur Deeskalation beitragen sollte, ist nach Informationen aus Parteikreisen gescheitert. Sven Tritschler, einer der Mediatoren, bestätigte, dass keine Einigung zwischen den Konfliktparteien erzielt werden konnte. Vincentz argumentiert, dass Weidels Ansätze zu stark auf einen liberalen Kurs ausgerichtet seien und damit die Kernwählerschaft der Partei in NRW verprellen würden.
Unterstützer Vincentz‘ innerhalb des Landesverbands sprechen bereits von einer „Kriegserklärung“ an die Bundesführung. Die Spannungen könnten sich auf die anstehenden Kommunalwahlen im Bundesland auswirken, wo die AfD versucht, ihre Präsenz weiter auszubauen. Beobachter warnen vor einer weiteren Spaltung der Partei, die bereits in mehreren Bundesländern mit internen Konflikten zu kämpfen hat.
Die Bundesgeschäftsstelle der AfD hat auf die Vorwürfe bislang nicht offiziell reagiert. Allerdings soll hinter den Kulissen bereits über mögliche Konsequenzen für den NRW-Landeschef diskutiert werden. Politikwissenschaftler sehen in dem Konflikt einen weiteren Beleg für die Zerreißprobe der AfD zwischen institutioneller Akzeptanz und radikaler Basisorientierung.
Quellen: ZEIT Online – Deutschland