Die Schließung der Geburtsstation am Potsdamer St. Josefs-Krankenhaus trifft die Stadt unvorbereitet und löst bei mehreren Schwangerschaftsberatungsstellen große Besorgnis aus. Die betroffenen Einrichtungen schlagen Alarm und befürchten eine Versorgungslücke für werdende Mütter in der Landeshauptstadt Brandenburgs.
Seit dem Aus der Kreißsäle müssen Schwangere, die in Potsdam leben, nun oft zu Kliniken außerhalb der Stadt ausweichen – eine Belastung besonders in Notfällen oder bei plötzlich einsetzenden Wehen. Experten warnen, dass die räumliche und logistische Distanz zu anderen Geburtskliniken Risiken für Mutter und Kind erhöhen könnte.
Die Entscheidung für die Schließung sei vor allem wirtschaftlich motiviert gewesen, hieß es zuletzt aus Betreiberkreisen. Doch Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, die Bedürfnisse der Bevölkerung und die medizinische Nahversorgung zu unterschätzen. Die Beratungsstellen fordern nun einen baldigen Ersatz oder zumindest einen klar kommunizierten Fahrplan für eine mögliche Wiedereröffnung.
Die Debatte wirft auch ein Schlaglicht auf die gesundheitliche Infrastruktur in wachsenden Städten wie Potsdam, wo der Druck auf Krankenhäuser steigt. Politiker und Bürgerinitiativen diskutieren bereits über mögliche Gegenmaßnahmen, um die regionale medizinische Versorgung sicherzustellen.
Quellen: Der Tagesspiegel