Der Lehrermangel an Berlins Schulen erreicht besorgniserregende Ausmaße. Aktuellen Daten zufolge müssen landesweit mehr als 3700 Stellen neu besetzt werden. Besonders alarmierend: Weniger als 30 Prozent der neu eingestellten Kräfte verfügen über eine vollständige Lehrerausbildung. Stattdessen werden Lücken zunehmend mit Seiteneinsteigerinnen, Studierenden und Vertretern anderer Berufe geschlossen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht von einer systemischen Krise im Bildungssystem. Um die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte besser zu erfassen, hat die GEW Berlin nun die App „LehrZeit!“ eingeführt. Mit dieser digitalen Zeiterfassung sollen Arbeitszeiten transparent gemacht und strukturelle Überlastungen sichtbar werden. Ähnliche Projekte laufen bereits in anderen Bundesländern, in Bremen wird die Zeiterfassung sogar offiziell vom Land betrieben.
Die GEW fordert dringende strukturelle Reformen: bessere Bezahlung, mehr Planungssicherheit und eine Entlastung durch kleinere Klassen. „Wir brauchen keine kurzfristigen Notlösungen, sondern eine nachhaltige Personalstrategie“, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. Die Berliner Bildungsverwaltung kündigte an, zusätzliche Rekrutierungsmaßnahmen zu ergreifen, darunter verstärkte Anwerbung aus dem Ausland und vereinfachte Anerkennungsverfahren.
Quellen: Der Tagesspiegel, heise online