Asiatische Hornisse in Neukölln entdeckt: Biologen befürchten Nestbildung in Berlin

Erstmals wurde die bislang vor allem im westdeutschen Raum verbreitete Asiatische Hornisse auch in Berlin nachgewiesen – und nun hat sich der Verdacht bestätigt, dass sie sich möglicherweise in der Stadt etabliert. In Neukölln wurde kürzlich ein Exemplar der exotischen Insektenart entdeckt, wie Biologen des Nabu Berlin bestätigen. Es handelt sich bereits um den zweiten dokumentierten Fall in der Hauptstadt.

„Irgendwo in Berlin gibt es vermutlich ein Nest“, warnt eine Nabu-Biologin. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt und sich seit Jahren langsam durch Europa ausbreitet. Im Gegensatz zur aggressiveren Asiatischen Riesenwespe ist sie zwar weniger gefährlich für Menschen, stellt aber eine erhebliche Bedrohung für Bienen und andere nützliche Insekten dar, da sie diese als Beute jagt.

Die Fundstelle in Neukölln deutet darauf hin, dass die Tiere nicht nur zufällig in die Stadt gelangt sind, sondern möglicherweise einen geeigneten Lebensraum gefunden haben. Experten befürchten, dass sich die Hornissen bei weiterer Ausbreitung negativ auf die lokale Biodiversität auswirken könnten. Der Nabu ruft daher Bürgerinnen und Bürger dazu auf, verdächtige Insekten zu melden und Funde fotografisch zu dokumentieren – ohne direkten Kontakt aufzunehmen.

Die Behörden prüfen derzeit, ob gezielte Monitoring-Maßnahmen erforderlich sind, um das Ausmaß der Verbreitung einzuschätzen. Eine Bekämpfung wäre jedoch nur bei bekannter Nestlage möglich. Die Entdeckung unterstreicht die Herausforderungen, die mit dem Klimawandel und globalen Handelsrouten für die städtische Ökologie einhergehen.

Quellen: Der Tagesspiegel