Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben gemeinsam mit Kollegen der Philipps-Universität Marburg ein bisher unbekanntes Sicherheitssystem des menschlichen Immunsystems entschlüsselt. Es verhindert, dass sogenannte Fresszellen – wichtige Akteure der körpereigenen Abwehr – zu ungewollten Brutstätten für Bakterien werden. Die Studie beleuchtet einen molekularen Mechanismus, der infizierte Fresszellen gezielt ausschaltet, bevor sie von Krankheitserregern wie Salmonellen oder Tuberkulose-Bakterien ausgenutzt werden können.
Normalerweise schlucken Fresszellen (Makrophagen) eindringende Mikroorganismen und zerstören sie. Doch einige Bakterien können diesen Prozess überlisten, sich im Inneren der Zellen einnisten und sogar vermehren. Die nun entdeckte Schutzfunktion aktiviert ein spezielles Protein, das die infizierte Zelle in einen kontrollierten Zelltod – die sogenannte Apoptose – leitet. Dadurch wird die Ausbreitung der Erreger im Körper effektiv gestoppt.
Die Forschungsergebnisse, die in Kooperation zwischen den beiden Universitäten erzielt wurden, wurden in einer aktuellen Veröffentlichung detailliert beschrieben. Für die Wissenschaftler aus Würzburg, einer der führenden Standorte in der Immunbiologie in Bayern, eröffnen sich damit neue Perspektiven für die Entwicklung gezielter Therapien bei chronischen Infektionskrankheiten. Auch Ansätze zur Stärkung der natürlichen Abwehr bei immungeschwächten Patienten könnten langfristig möglich sein.
Quellen: FAZ Online