Ein ungewöhnliches Format eröffnet in diesem Jahr die Berlin Art Week: Das „Festival zum Liegen“ lädt Kunst- und Kulturliebhaber ein, die Hörsaalruine der Charité in Mitte auf ganz neue Weise zu erleben. Statt im Stehen oder Sitzen, wird hier das Liegen zur zentralen Haltung – für Konzerte, Lesungen, Schreibworkshops und meditative Momente.
Die historische Ruine, Überbleibsel des alten anatomischen Theaters, bietet mit ihrem einzigartigen Ambiente eine eindrucksvolle Kulisse. Die Veranstalter wollen mit dem Format bewusst eine Gegenbewegung zum hektischen Großstadtrhythmus schaffen. „Es geht darum, innezuhalten, die Architektur anders wahrzunehmen und Raum für innere Klarheit zu schaffen“, erklärt eine Organisatorin des Festivals.
Über mehrere Tage hinweg wechseln sich künstlerische Formate ab: von minimalistischer Kammermusik über Poesieabende bis hin zu geführten Schreibübungen. Die Besucher bringen ihre eigene Liege oder Matte mit – die Teilnahme ist kostenlos. Das Interesse ist groß, viele kommen, um sowohl kulturell als auch physisch neue Positionen einzunehmen.
Die Berlin Art Week, die alljährlich zeitgenössische Kunst im urbanen Raum ins Zentrum rückt, nutzt mit diesem Format die Stadt als lebendigen Spielraum. Die Hörsaalruine, lange ein Ort der Wissenschaft, wird so vorübergehend zu einem Labor der Sinne und der Entschleunigung.
Quellen: Der Tagesspiegel