Die Landesregierung von Brandenburg reagiert mit erhöhtem Handlungsdruck auf die jüngste Serie von Femiziden. Im August wurden drei junge Frauen in Brandenburg getötet – ein dramatischer Höhepunkt in einer Entwicklung, die bereits länger besorgniserregende Zahlen aufweist. Laut offiziellen Angaben wurden im vergangenen Jahr fast 5.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Nun wird über verstärkte Schutzmaßnahmen, bessere Erreichbarkeit von Beratungsstellen und mehr Frauenhäuser diskutiert.
Die Taten haben breite Empörung und Trauer ausgelöst. Frauenrechtsorganisationen fordern seit Langem ein flächendeckendes Netz an Schutzeinrichtungen, insbesondere in ländlichen Regionen, wo Angebote oft knapp sind. Auch die Polizei und Justiz stehen unter Druck, Hinweise auf drohende Gewalt früher zu erkennen und einzuschätzen. Bisher fehlt es oft an personellen Ressourcen und strukturellen Vernetzungen zwischen Behörden.
Die Landesregierung hat angekündigt, den Schutz von Frauen und Kindern in gefährdeten Situationen priorisieren zu wollen. Geplant sind unter anderem eine Intensivierung der Präventionsarbeit, die Ausweitung von Notruf- und Beratungsangeboten sowie eine bessere Schulung von Fachkräften in Polizei, Justiz und Sozialdiensten. Gleichzeitig wird über die Einführung eines bundesweiten Gewaltschutzregisters diskutiert, das auch in Brandenburg umgesetzt werden müsste.
Quellen: Der Tagesspiegel