BSW will Dialog mit AfD führen – Irritationen nach Rüstungsaussagen

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) positioniert sich nach dem Wahlausgang in Sachsen-Anhalt als einzige Kraft im neuen Landtag, die grundsätzlich Gesprächsbereitschaft mit der AfD signalisiert. Während alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit klar ablehnen, beharrt das BSW auf einer differenzierten Haltung – doch diese wird zunehmend auf die Probe gestellt.

Auslöser sind jüngste Aussagen von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der eine deutliche Ausweitung der deutschen Rüstungsproduktion forderte und dabei Formulierungen verwendete, die als nationalistisch bis revanchistisch interpretiert wurden. Im MDR-Ticker vom Samstag reagierte eine BSW-Sprecherin irritiert: „Wir distanzieren uns klar von jeder Rhetorik, die an aggressive Aufrüstung vergangener Epochen erinnert.“

Trotzdem bleibe man beim Grundsatz, sachpolitische Themen wie soziale Gerechtigkeit oder Friedenspolitik nicht pauschal tabuisieren zu wollen. Intern jedoch wächst die Debatte darüber, ob die Kooperationslinie zum eigenen Profil widerspricht. Auch Alexander King, BSW-Bundesspitzenkandidat, verteidigte in Berlin das Vorgehen in Sachsen-Anhalt: „Die Schnittmengen mit der AfD sind hier überschaubar, aber unsere Aufgabe ist es, Brücken zu bauen – nicht Mauern zu errichten.“

Quellen: MDR – Nachrichten, Tagesspiegel