Ein CDU-Ortsbürgermeister aus Sachsen-Anhalt hat kurz vor der anstehenden Landtagswahl eine Spende von 10.000 Euro an die AfD geleistet. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte der Kommunalpolitiker, es sei „ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land“. Er kritisierte scharf die Führung seiner Partei und sprach von einem Verlust der Verbindung zur Basis.
Die Spende löste innerhalb der CDU und in der überregionalen Politik Empörung aus. CDU-Generalsekretär Marcus Küpper betonte in einer Reaktion: „Niemand ist gezwungen, Mitglied unserer Partei zu bleiben.“ Gleichzeitig warnte er vor einer Schwächung der demokratischen Mitte. Die AfD bestätigte den Eingang der Spende, äußerte sich inhaltlich jedoch zurückhaltend.
Der Fall wird von politischen Beobachtern als Indikator für die Unruhe innerhalb der Union vor der Wahl am 6. September gewertet. In Sachsen-Anhalt, wo die AfD in Umfragen stark positioniert ist, könnte dieser Vorgang die Diskussion über politische Lagerbildung und die Haltung zur sogenannten „Brandmauer“ weiter anheizen. Auch die mögliche Rolle von Überläufern nach der Wahl wird intensiv diskutiert.
Quellen: Welt Online, T-Online Nachrichten, Süddeutsche Zeitung